Fussball

Der Beginn

Die Geburtsstunde des organisierten Spielens schlug in Thannhausen im Jahre 1920, als eine entsprechende, 22 Mitglieder umfassende Abteilung gegründet und dem Turnverein angeschlossen wurde. Als Fußballplatz diente eine Wiese an der Ursberger Straße. Zu Beginn war noch kein regelmäßiger Spielbetrieb gewährleistet, doch sollte sich das bald ändern. Bereits 1922 stelle Kommerzienrat Zimmermann den Kickern auf seinem Gelände einen Platz zur Verfügung. Und zwei Jahre später wehte erstmals ein Hauch von großem Fußball durch die aufstrebende Mindelgemeinde: der 1.FC Nürnberg - bis dato schon mehrfach Deutscher Meister und unstrittig eine der stärksten Mannschaften hierzulande - weilte zu einem Freundschaftsspiel in Thannhausen. Nach dem sensationellen 4:4 gegen den von seiner Klasse her eigentlich übermächtigen Kontrahenten entdecken viele Menschen im Markt, denen dieser Sport bislang nichts bedeutet hatte, ihre Liebe zum runden Leder.

Bis zum Ende der 30er Jahre nahm stets ein spielstarkes Team den Kampf um Punkte ins Visier. Der 2. Weltkrieg forderte natürlich auch hier seinen Tribut (seit 1941 nannte man sich - wie erwähnte - TSG), doch danach ging es wieder steil bergauf. Ein großer Anteil daran gebührt Gerd Kitzler, der in der neuformierten Mannschaft spielerische Akzente setzte und ihr seinen Stempel aufdrückte. Schon damals wurde großer Wert auf Nachwuchsarbeit gelegt.

1951

1951 folgte der Aufstieg in die Kreisliga. Somit zählte man nun zu den besten Teams im weiteren Umfeld. Bewerkstelligt haben diesen Erfolg Gerd Kitzler, Ulli Prillingern, Vinzent Ebner, Willi Lehhart, Hans Korsitzke, Albert Bräutigam, Emil Jaser, Georg Kozielski, Erich Baumann, Alfred Wiedemann und "Keeper" Georg Redl. Durch den Bau der Volksschule musste 1953, wie erwähnt, der Platz beim E-Werk geräumt und auf jenes von der Stadt zur Verfügung gestellte Grundstück umgezogen werden, auf dem später das heutige Mindelstadion entstand. Für das Erstellen der wunderschön gelegten Anlage im Süden der damals noch "ganz jungen Stadt" konnte eine Baueinheit
der amerikanischen Besatzungsmacht gewonnen werden. Für die Verlegung des Sportheims und dessen Erweiterung sorgten die Aktiven selbst, und so fand 1955 das erste Spiel auf der neuen Anlage statt. Es foglte ein wechselvoller sportlicher Verlauf, der zeitweilig sogar in die B-Klasse führte, und erst 1965 glückte der Aufstieg in die Bezirksliga. Damals - im Jubiläumsjahr, die TSG war 75 geworden - sind unter Trainer Gerd Kitzler und Abteilungsleiter Kurt Lachenmaier folgende Akteure mit von der Partie gewesen: Gregor Mayer, Martin und Helmut Lachenmaier, Walter Schmid, Josef Lassas, Johann Jirkovsky, Alfred Gabriel, Walter Rössle, Karl Titze, Adolf Holzer, Eduard Kastner, Hans Deibler, Rudi Scherner und Dietfried Klein.

In Form eines internationalen Jugendturniers, das weit über die Grenzen des Landkreises hinaus Beachtung fand, lieferte dieses Jubiläum den Anlass zu einem weiteren Großereignis. Racing Straßbourg, Vienna Wien und der FC Bayern München, mit dem späteren Weltmeister "Katsche" Schwarzenbeck in
seinen Reihen, gaben - neben dem eigenen Nachwuchs - im Mindelstadion ihre Visitenkarte ab.

1967

Berühmt war und ist die TSG für eine florierende Jugendarbeit. Bereits 1967 sicherte man sich den Titel eines Schwäbischen Vizemeisters. Noch vor wenigen Jahren spielten die A-Junioren in der Bayernliga, während die B-Jugend im vorigen Jahr der Aufstieg in die spielstärkste Klasse des Freistaats gelang. Derzeit sind - bis hin zu den kleinsten Kickern - neun Nachwuchsteams der TSG, denen insgesamt rund 140 Jugendliche angehören, im Punktspieleinsatz. Das über Jahrzehnte hinweg zu beobachtende Engagement zahlloser Trainer und Betreuer in ihrer Arbeit mit den Heranwachsenden hat sich stets auch positiv auf die sportliche der ersten Herrenmannschaft ausgewirkt.

1971

Nachdem man gegen Ende der 60er Jahre nochmals für einige Zeit A-Klassen-Luft schnuppern musste, gelang mit Trainer Hermann Zitzenzier 1971 erneut der Srung in die Bezirksliga. Niederklassiger sollte die TSG bis zum heutigen Tag nicht mehr spielen. Die A-Klassen-Meisterschaft des Jahres 1971 errangen: Eduard Kastner, Walter Schmid, Franz Deibler, Peter Meier, Karl Hartmann, Werner Schmid, Erhard Schindler, Norbert Keppeler, Günther Wörle, Bernd Schmid, Gerhard Ruppenthal, Georg Bischoff, Wolfgang Berthold und Ottmar Kinzel. Mehrfach scheiterten die Rot-Weißen in der Folge am Aufstieg in die Landesliga. Und für Furore sorgte die TSG vor allem auch im Pokal. Unter Trainer Walter Schmid sicherte man sich 1974 im Altenmünster den Titel des Schwäbischen Pokalsiegers. Dieser Erfolg konnte im Jahr darauf in Gundelfingen mit einem 3:2 Sieg gegen Dillingen wiederholt werden. Und dann folgte gewissermaßen die "Krönung": die Mindelstädter hatten sich 1975 für die 1. DFB-Pokal-Hauptrunde qualifiziert. Mit dem damaligen Aufsteiger in die 2. Liga und der heutigen Bundesligaspitzenmannschaft Bayer Leverkusen zog man ein tolles Los. Zwar unterlag vor sage und schreibe 4.000 Zuschauern der "David" dem "Goliath" in Mindelstadion mit 0:6, doch nahm dies hierzulande niemand tragisch. Das grandiose Erlebnis, im "Kreis der Erlauchten" dabei gewesen zu sein, genügte. Erstmals wurde über ein Spiel der TSG sogar in der ARD-Sportschau berichtet.

1983

Es folgten mehr oder weniger "unauffällige" Bezirksliga-Jahre, ehe in der Saison 1983/84 unter Spielertrainer Gerhard Kitzler junior wieder Akzente im Schwäbischen Pokal gesetzt wurden. So konnte man den FC Memmingen und Schwaben Augsburg eliminieren, bevor im Finale gegen Aindling das Aus kam. Auch den Aufstieg in die Landesliga verpasste die TSG erst im Entscheidungsspiel in Fürstenfeldbruck gegen das oberbayerische Marktl. Ähnlich knapp war es im Jahr darauf zugegangen. Diesmal zerstört Kottern beim 3:5 nach Verlängerung den Traum, als man wieder ans Tor zur Landesliga gekolpft hatte.

1988

1988 wurde dann die Bezirksoberliga eingeführt. Zwar war es den Thannhausern zunächst nicht geglückt, sich für sie zu qualifizieren, doch als just in diesem Jahr mit Günther Wörle ein ehemaliger Aktiver als Trainer zurückkehrte, sollte die sportlich wohl erfolgreichste Zeit in der Vereinsgeschichte anbrechen. Sie begann mit dem Erringen der Meisterschaft in der Bezirksliga Nord und dem damit verbundenen Aufstieg in die Bezirksoberliga. Die TSG-Fans wurden mehr und mehr zum "Gütesiegel" auf schwäbischen Fußballfeldern. Später folgen beachtliche Resultate in der Halle, auf Kreis- wie auf Bezirksebene. Wiederholt sicherte sich die TSG den Titel des Landkreismeisters, zweimal 1990 - erreichten die Rot-Weißen sogar das Halbfinale der schwäbischen Hallenendrunde in Augsburg. Zurück ins Jahr 1989: schon im Frühjahr war man zu einer für alle Beteiligten unvergesslichen 14tägigen Reise über den "Großen Teich" gestartet. Das Ziel der 50köpfigen Gruppe - natürlich auch zum Zwecke eines dort absolvierten Trainingslagers - bildete Atlanta im US-Bundesstaat Georgia. Und mit gespannten Erwartungen ging der frischgebackene Bezirksligameister im Sommer 1989 das "Abendteuer Bezirksoberliga" an. Was niemand für möglich gehalten hatte, trat ein: von Beginn an war die TSG ganz vorne mit dabei und lieferte sich einen grandiosen Zweikampf mit dem SVO Germaringen. Am Ende der Saison gab es keinen Sieger, beide Teams waren punktgleich, und so musste am 05. Juni 1990 ein Entscheidungsspiel die Frage nach dem direkten Aufsteiger in die Landesliga Süd klären. Dieses Match im Mindelheimer Stadion dürfte bis heute keiner der 3.000 Zuschauer vergessen haben. Denn sie alle durften eine Klassepartie miterleben, bei der Jürgen Obeser und Jürgen Klaußer die beiden TSG-Treffer zum vielumjubelten 2:1 Sieg über den SVO Germaringen beisteuerten. Somit war den Mindelstädtern - wie vorprogrammiert zum 100jährigen Jubiläum - der ganz große Triumph gelungen. Bewerkstelligt hatte ihn folgender Kader, aus dem Coach Günther Wörle schöpfen durfte: Wilfried Herold, Manfred Grimmbacher, Dieter Klimm, Herbert Mayer, Hertmut Herold, Peter Holzer, Dietmar Sengewald, Rainer Amann, Jürgen Klauser, Jürgen Obeser, Günther Mayer, Eduard Knöpfle, Wolfgang Hofstätter und Stefan Sirch. Geleitet wurde die Abteilung zu dieser Zeit von Hermann Leeb.

1990

Einen weiteren absoluten Höhepunkt markierte am 7. August 1990 das Freundschaftsspiel gegen den auch damals gerade amtierenden Deutschen Meister FC Bayern München. 6.000 Besucher strömten ins Mindelstadion, vor allem natürlich, um die Stars aus der Landeshauptstadt zu sehen. Auch wenn das ungleiche Duell standesgemäß mit 2:11 zugunsten der Münchner endete, waren letztlich rundum nur glückliche Gesichter auszumachen. Weitere herausragende Begegenungen bildeten in der Folge die Freundschaftsspiele gegen Dynamo Dresden und den Karlsruher SC. Die TSG "überlebte" ihre erste und bislang einzige Landesligasaison nicht unbeschadet. Trotz beachtlicher Leistungen und einer stets kämpferischen Einstellung musste sie schließlich - das jedoch durchaus ehrenvoll - den Abstieg in Kauf nehmen. Dann ging es sogar noch eine Klasse tiefer, doch sowohl 1994 als auch 1998 durfte - nach einigem Auf und Nieder - jeweils wieder die Bezirksliga-Meisterschaft gefeiert werden.

2000

Trainer der Bezirksoberliga-Mannschaft ist nach einigen Jahren der Absenz mittlerweile wieder Günther Wörle, der allerdings zur Ende der Saison vom Ex-Profi Peter Gartmann abgelöst wurde. Der aus Bobingen stammende Gartmann (ehemals Blau-Weiß 90 Berlin und SV Meppen) wurde als Spielertrainer verpflichtet. Die Kinder von Günther Wörle schienen den Vater, was die sportliche Verdienste anbelangten, übertreffen zu können. Der damals 18jährige Thomas Wörle gehörte dem Kader der U-16-Nationalmannschaft an und seine um ein Jahr ältere Schwester Tanja durfte ebenfalls schon mehrfach das Nationaltrikot tragen. Mit Michael Mutzel und Sven Müller haben gleich zwei Akteuer, die 1996 und 1997 für die A- und B-Junioren der TSG am Ball gewesen ist, inzwischen sogar den Sprung in die Fußball-Bundeliga geschafft.

2006

Verlierer TSG Thannhausen gewinnt viele Sympathien

Besser hätte das Fußballfest am Samstag im Mindelstadion nicht verlaufen können. Die Landesligafußballer der TSG Thannhausen verloren zwar gegen den Bundesligisten Borussia Dortmund in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokales mit 0:3. Sie schlugen sich aber hervorragend und ernteten viele Komplimente und Sympathien.
Mit einem Kostenaufwand von rund 90 000 Euro war das Mindelstadion mit angemieteten Tribünen aufgerüstet worden und so konnten 10 500 Zuschauer den Pokalschlager verfolgen. Und der hielt, was er versprach.

2010

Die TSG Thannhausen Fußball GmbH hat heute beim Amtsgericht Neu-Ulm den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzfahrens wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt.

Der Insolvenzvertrag war erforderlich, nachdem alle Bemühungen, die bestehende Finanzierungslücke für den laufenden Spielbetrieb der Saison 2009/2010 in Höhe von ca. 60.000 € vollständig zu schließen, keinen Erfolg brachten.

Ursachen für die finanzielle Schieflage sind die durch die im Frühjahr 2009 erfolgte Insolvenz des früheren Hauptsponsors Kögel ausgefallenen Hauptsponsorengelder, deren Ausfall nicht kompensiert werden konnte, hohe Mindereinnahmen wegen der stark rückläufigen Zuschauerzahlen sowie die Finanz- und Wirtschaftskrise, in deren Folge Sponsorenverträge gekündigt wurden und die Gewinnung neuer Sponsoren nicht im erforderlichen Maße möglich war.

Der Insolvenzantrag betrifft die TSG Thannhausen Fußball GmbH, jedoch nicht den Verein TSG Thannhausen e.V..

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