Geschichte der TSG

Die TSG Thannhausen

Die meisten Sportvereine - zumindest aus den Reihen jener, deren Gründung schon älteren Datum ist - beginnen ihren Namen mit einem "T", und dieser Buchstabe steht, wie jedermann weiß, für die Sportart Turnen. Ob nun TSV (Turn- und Sportverein) oder - etwas weniger häufig und wie im Falle von Thannhausen - TSG (Turn- und Sportgemeinschaft): ausnahmslos hat hier die Turnbewegung bei der Namensgebung der Vereine die entscheidende Rolle gespielt.

1860

In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts waren es schon 24 Turnvereine in Schwaben. Zu ihnen zählte nicht zuletzt der 1862 gegründete Turnverein Thannhausen. Zehn Jahre lang hatte dieser von Josef Bosch angeführte Club Bestand. Doch nach wie vor existierte die noch aus der Anfangszeit der Turnbewegung herrührende Bevormundung von Seiten der Obrigkeit. Deshalb beendeten - wie in der Mindelgemeinde - an vielen Orten die Turnvereine ihr Eigenleben, um sich schließlich als - mit mehr Wohlwollen betrachtete - Turnfeuerwehren neu zu formieren.

1873

Als in Thannhausen am 8. Mai 1873 anstelle der bis dato bestehenden Pflichtfeuerwehr eine entsprechende Gruppierung von Freiwilligen gebildet wurde, erließ diese eine sogenannte "Turnfeuerwehrsatzung". Die gesamte Vorstandschaft des aufgelösten Turnvereins reihte sich in der Liste der Gründungsmitglieder der FFW Thannhausen ein. Insofern darf der Turnverein nicht zu unrecht als eigentlicher Urheber der hiesigen Feuerwehr betrachtet werden.

1890

Gegen Ende des Jahrhunderts entstanden die Turnvereine schließlich aufs neue. Sie formierten sich im näheren Umkreis zu Gauverbänden, während letztere seit 1888 in Bezirksverbänden organisiert waren. Schwabenweit gab es 1890 wieder 44 solcher Vereine. Und dazu zählte auch ein neuer Turnverein in Thannhausen. Am 1. Januar 1890 schlug - obwohl man sich noch nicht so nannte - quasi die Geburtsstunde der TSG. Damals fanden 15 junge Männer zusammen, wählten einen provisorischen Vorstand mit Josef Rösch an der Spitze und gründeten einen Turnverein.
Sofort traten ihm 30 Mitglieder bei. Die beschlossene Satzung regelte auch die finanziellen Verhältnisse. Als Eintrittsgebühr wurde eine Mark festgesetzt, monatlich waren in der Folge 20 Pfennige zu berappen, und denselben Betrag hatten - zur Strafe - auch alle jene zu entrichten, die eine Turnstunde versäumten. Der neue Verein war beim Königlichen Bezirksamt in Krumbach registriert und aktenkundig als "nichtpolitisch" aufgenommen. 27 aktive Turner wurden dem Augsburger Gau gemeldet.
Ein Mann namens Josef Schnitzler stellt in der Sandgase ein Turnlokal zur Verfügung und bereits am 15. Januar 1890 fand dort die erste Turnstunde statt. Noch im selben Jahr überließ die Gemeinde dem Verein "behufs Anlegung eines Turnplatzes" ein Gelände auf dem Eichberg, wo schon im folgenden August ein erster öffentlicher Auftritt der Sportbegeisterten für Furore sorgte.

1892

Seit 1892 diente der Postsaal den Turnern als "Winterquartier". Man beteiligte sich an Turnfesten in ganz Schwaben und sogar darüberhinaus, und in der 1895 inszenierten Fahnenweihe mit Preisturnen waren dann 23 Gastvereine beteiligt. Als Patenverein konnte der TV Augsburg gewonnen werden. Natürlich ist auch hier nie allein der sportlich Aspekt entscheidend gewesen, vielmehr galt immer die unterhaltsame, gesellschaftlich Seite als mindestens ebenso wichtig.

1913

1913 konnte nahe der Dreschhalle nochmals ein großes Turnfest durchgeführt werden. Bald darauf brachte der 1. Weltkrieg sämtliche Aktivitäten zum Erliegen. 14 Turnkameraden mussten ihr noch junges Leben in der Fremde lassen. Kaum hatte der Krieg das erste unselige Kapitel der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts geschlossen, präsentierte sich in Thannhausen schon wieder eine neue Turnerriege auf beachtlichem Niveau. Im Freien wie im Winterlokal wurde frohgemut die sportliche Herausforderung angenommen. Überhaupt darf gesagt werden, dass gerade die 20er sowie - unter etwas anderen Vorzeichen - die 30er Jahre wohl die Glanzzeit der Thannhauser Turnbewegung markierten.
Erfolge, wo immer man auch auftrat, und eine lorbeerbekränzte Rückkehr der Turner von ihren Gastspielen in der Fremde waren an der Tagesordnung. Der Inflationszeit und der schwierigen wirtschaftlichen Lage zum Trotz besuchten die wackeren Mannen Jahr für Jahr zahlreiche Wettkämpfe. Darüberhinaus sind die Turner vom "Mindelstrand" in den glorreichen Jahren zwischen 1920 und 1930 maßgeblich an der Gründung von Turnvereinen in den Nachbargemeinden beteiligt gewesen. Ins Leben gerufen wurden solche 1920 in Burtenbach, 1925 in Ziemetshausen und 1929 in Münsterhausen.

1920

1920 wurde innerhalb des Turnvereins eine Fußballabteilung gebildet, der sogleich 22 Kicker beitraten. Ferner standen im Angebot Waldlauf wowie das Abhalten von Skikursen, die sich einerseits mit dem etwas beschaulicheren Langlauf, andererseits mit dem eher spektakulären Springen auf damals noch bescheidenen Holzbrettern beschäftigten. Eine Faustballmannschaft brachte es gar zu Meisterehren, während ein rund zehn Jahre bestehendes Handballteam allein durch den Ausbruch des 2. Weltkriegs am Aufstieg in die Kreisklasse gehindert werden konnte.

1922

Im Lauf der Zeit sah sich der Turnbetrieb in Thannhausen durch eine Art "volkstümlicher Übungen" - was vielleicht schon als Vorläufer der später so erfolgreichen Leichtathletikabteilung bezeichnet werden kann - erweitert. Man schrieb das Jahr 1922, als hier erstmals Mädchen öffentlich mit Turnübungen auftraten. Weitere Sportarten gesellten sich hinzu.

1928

Einen regelrechten "Boom" erlebten die Thannhauser im Schwimmsport. Ausgelöst wurde er - dank großzügiger Unterstützung von Seiten des Kommerzienrats Edmund Zimmermann - durch die Erbauung des Mindelwehrs im Süden des Ortes. Bewegten sich die Mitgliederzahlen während der ersten Jahrzehnte zumeist zwischen 80 und 100, so stiegen sie - infolge der Erweiterung der Offerten in den 20er Jahren - auf 150 bis 190.

1933

Mit Hitler Machtergreifung setzte 1933 überall eine dirigistische Handhabung ein. Überall erfolgte die Gleichschaltung. So musste auch die TSG die auf dem Führerprinzip beruhende einheitliche Satzung übernehmen. Die Versammlung hatte nur noch den "Vereinsführer" zu wählen, der dann seine Mitarbeiter berufen konnte. Bevor der Ausschuss die Arbeit beginnen durfte, war das Ganze von übergeordneten Stelle zu bestätigen. Körpertüchtigung und Wehrerziehung lösten die einstigen Turnfeste ab, das vormalige Schauturnen geriet zum "Schönheitsturnen", anstelle einer Weihnachtsfeier gab es nun den "Deutschen Turnerabend". Der Turnbetrieb litt einerseits zwar unter dieser Bevormundung, andererseits wurden die Leibesübungen im "Dritten Reich" - wenn auch unter eigennützigen Motiven - staatlich stark gefördert. So konnte es nicht ausbleiben, dass die Turn- und Sportbewegung nahezu die gesamte Jungend Thannhausens erfasste. Als negative Begleiterscheinung "saugte" die SA junge Leute und Turner auf, indem sie selbst Turn-
übungen anbot. Ein weiterer Teil der Jungend wechselte zum Kraftfahrer-Korps und fand dort dank der aufkommenden Motorisierung eine technische Beschäftigung.

1935

Als "Ventil" aus der politischen Gängelung diente eine vermehrte Bereitschaft zur Ausgelassenheit. So fand im Jahre 1935 in Thannhausens Straßen ein großartiger Faschingsumzug statt, der maßgeblich vom Turnverein vorbereitet worden war. Zahlenmäßig dürfte der Verein seinen absoluten Höhepunkt erreicht haben, als 1939 mit Fritz Beyschlag ein Mann zum "Vereinsführer" berufen wurde, der die Entwicklung des hiesigen Turnens in ganz besonderem Maße geprägt hat. Der erst vor einigen Jahren hochbegabte verstorbene damalige Turnwart des TV 1847 Augsburg wechselte am 1. Januar 1939 beruflich von den Augsburger Lechwerken zur Postbräu Thannhausen. Unter ihm erlebte hierzulande das Männer- und Frauenturnen seine ganz große Blütezeit. Aus der "Zwangsehe" des Augsburgers mit der Mindelgemeinde erfuhr vor allem die turnerische Breitenarbeit, der sich auch die Jugend nicht verschließen wollte, einen nie zuvor genannten "Aufwind". Jedoch nahm der Sport mit Ausbruch des 2. Weltkriegs zwangsläufig einen mehr oder weniger
starken vormilitärischen Charakter an. Mittels Gymnastikkeulen Handgranatenzielwurf zu üben - Solches und Ähnliches wurde nun vielerorts verlangt. Da dies aber nicht jedermanns Sache war, ist es sicher nicht überall befolgt worden, was auch für Thannhauser gelten dürfte.

1941

In der Gründungsvesammlung vom 3. Mai 1941 schlossen sich dann die Turner und die übrigen Sportler freiwillig zu einem neuen Verein zusammen, der den Namen "Turn- und Sportgemeinschaft von 1890 e.V." tragen sollte. Doch 1942 musste auch Beyschlag zur Wehrmacht einrücken. Schon vorher hatte der ausgebrochene "Weltbrand" derart große Lücken in die Reihen der Turner und übrigen Sportler gerissen, dass selbst die Energie eines Fritz Beyschlag den langsamen, aber stetigen Niederschlag nicht mehr aufhalten konnte.

1943

Im weiteren Verlauf des Krieges waren allein noch Mädchen und einige Jugendgruppen in der TSG aktiv. Nur wenig später kam - auch infolge der erwähnten Beschlagnahme der Turnhalle - der Sportbetrieb ganz zum Erliegen. Und im Oktober 1943 endeten schließlich die Einträge im Protokollbuch.

Der Wiederbeginn

Als Folge des Entnazifierungsgesetzes nach dem Zusammenbruch des Reichs wurde auch das gesamte Vereinsvermögen der TSG konfisziert. Außerdem gab es keine Sportgeräte mehr. Die Turnhalle befand sich in einem bedauernswerten Zustand. Sämtliche Vereine waren vom Amts wegen aufgelöst. Bald schon traten aber nur Männer in Aktion, die daran gingen, den Fortbestand der TSG zu sichern und den Sportbetrieb - nicht zuletzt bei den Turnern - wieder aufleben zu lassen.

1947

Am 14. Juli 1947 erfolgte die Neugründung als unabhängiger Verein. Die 72 beigetretenden Mitglieder mussten der Militärregierung gemeldet werden und durften politisch nicht belastet sein. Sogleich nahmen die Turner wie auch die Fußballer das Training auf. Hinzu gesellte sich eine Boxabteilung, die mehr als 20 Jahre lang beachtliche Erfolge feiern konnte und bei ihren Veranstaltungen die Massen zu mobilisieren verstand. Anderthalb Jahrzente haben sich daneben die Gewichtheber mit großartigen Leistungen zu behaupten gewusst.

1950

Mit dem Begehen des 60jährigen Vereinsjubiläums fiel im Jahre 1950 ein imposantes Spektakel zusammen: die Ausrichtung des Bezirksturnfestes. Der 1948 aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrte Beyschlag beteiligte sich, wenngleich nun bei der Postbräu in Augsburg beschäftigt, aktiv an der Organisation dieser Veranstaltung. Nachdem die Jugend in der Folge zusehends zu den attraktiveren Mannschaftssportarten gewechselt und die "alte Garde" abgetreten war, erreichte das Turnen selbst in den 60er Jahren einen Tiefpunkt. Durch die Bildung von Jugendgruppen konnte dieser Sport später - und nicht zuletzt jüngst - erneut etwas belebt werden, ohne jemals wieder jene Blüte zu erreichen, die ihn in den 20er bzw. 30er Jahren kennzeichnete.

1954/55

Bedingt durch die zunehmende Zahl an Mitgliedern und Aktiven agierten die einzelnen Abteilungen immer selbständiger. Zu einer großen Bewährungsprobe kam es 1954/55, als wegen des Schulhausbaus ein neuer Sportplatz notwendig wurde, der schließlich - inklusive Sportheim - an der Jahnstraße entstand. 1967 folgte der schon erwähnte Anbau der Turnhalle, und just als in den 70er Jahren Überlegungen für eine Erweiterung des Sportheimes angestellt wurden, äscherte mitten hinein in die Planungen am 4. April 1974 ein Brand des Domizil der Fußballer vollkommen ein. Mit großen Anstrengungen und unter erheblicher finanzieller Belastung ist daraufhin ein neues Heim erstellt worden, dessen Einweihung im Juli 1975 vorgenommen werden konnte. Schon 1973 hatte die Stadt das bislang gepachtete Sportgelände käuflich erworben und nach dem Hauptschulneubau in Zusammenarbeit mit dem Schulverband Außensportanlagen sowie ein 400-m-Kunststoffbahn geschaffen. Das Sportheim samt Umfeld wurde dem Verein 1982 von der Stadt in Erbbaurecht
übertragen. Die Benutzung der Sportstätten ist also seither vertraglich mit der Kommune und dem Schulverband geregelt. Eine zusätzliche willkommende Einnahmequelle bildet seit 1977 im Mindelstadion die Bandenwerbung.

1990

Und als 1990 in feierlichem Rahmen das 100jährige Gründungsjubiläum anstand, durfte die TSG genau 1.029 Mitglieder ihr eigen nennen. Zu diesem Anlass wurde - als wahres Kunstwerk - auch eine neue Seidenfahne gefertigt. Ein ernsthaftes Führungsproblem bekam der Verein 1996, als der seit 1970 amtierende Vorsitzende Alexander Graf von Schönborn seinen mehrfach angekündigten Rückzug wahrmachte. Leo Grambihler und Erwin Däubler erklärten sich bereit, das "Vereinsruder" zu übernehmen - allerdings nur für eine kurze Übergangszeit. Nach zunächst erfolgloser Suche konnte am 01. Oktober 1997 mit Gerd Olbrich ein neuer Vorsitzender gewählt werden. Graf Schönborn wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

1999

1999 erhielt die "TSG-Familie" Zuwachs. Zwei neue Abteilungen mit sogenannten Trendsportarten gesellten sich hinzu: Volleyball und Skate & Snow. Im Jubiläumsjahr zählt die TSG exakt 1.113 Mitglieder, davon 506 Kinder und Jugendliche.

2015

TSG Thannhausen: 125 Jahre Sportgeschichte

125 Jahre Geschichte hat die TSG Thannhausen vorzuweisen. Mit 15 jungen Männern ging es los, 1050 Mitglieder gehören heute zur TSG-Familie. In diesen Jahren hat der Verein immer wieder Wandel erfahren, Sportarten traten ins Vereinsprogramm, einige verschwanden wieder. Nur Turnen gibt es tatsächlich durchgängig seit 1890. Heute widmet sich die Abteilung dem Breitensport. Die größten Höhepunkte hat der Fußball geliefert.
Sportbetrieb während des Krieges

Gründung Den ersten Thannhauser Turnverein gab es bereits 1862, er blieb aber nur zehn Jahre bestehen. Sein Vorstand trat 1873 fast geschlossen der neu gegründeten Feuerwehr bei. 1890 fanden sich dann die genannten 15 Männer zusammen und gründeten den heutigen Verein, aber noch nicht unter dem Namen TSG. Erster Vorsitzender war Josef Rösch. Ab 1892 bezogen die Turner ihr Winterquartier im Postsaal, im Sommer wurde auf einem Gelände am Eichberg geturnt. 1920 gesellte sich zum Turnen auch noch die Fußball-Abteilung hinzu. Zudem gab es eine sehr erfolgreiche Faustball-Mannschaft, dazu Waldlauf und Skisport, später auch Schwimmen. Die ersten Frauen nahmen 1922 am Sportbetrieb teil.

Die Kriegsjahre 1913 wurde noch einmal ein großes Turnfest abgehalten, ehe der Sportbetrieb mit Beginn des Ersten Weltkriegs einschlief. Doch schon kurz nach Kriegsende fand sich schon wieder eine stattliche Turnerriege zusammen. Nach der Machtergreifung Hitlers wurde die TSG wie alle Vereine den Werten des NS-Regimes unterworfen. Man wählte beispielsweise "Vereinsführer", die dann ihre Mitarbeiter berufen durften. Am 3. Mai 1941 wurde der Verein unter dem heutigen Namen Turn- und Sportgemeinschaft von 1890 neu gegründet. 1943 kam das Vereinsleben dann wiederum zum Erliegen.

Die Nachkriegsjahre Am 14. Juli 1947 wurde die TSG wieder neu belebt. Mit dem Segen der Militärregierung nahmen 72 politisch "Unbelastete" den Sportbetrieb auf. 1950 durfte der Verein das Bezirksturnfest ausrichten. Neben Turnen und Fußball gehörten nun auch Boxen und Gewichtheben zum Sportangebot. Die Thannhauser feierten in beiden Disziplinen große Erfolge. Doch als die treibenden Kräfte hinter den Abteilungen wegfielen, verschwanden diese Sportarten wieder. Ähnlich erging es in den 90er-Jahren den Abteilungen Volleyball und Skate & Snow.

Die heutigen Abteilungen Seit 1959 wird in Thannhausen Tischtennis betrieben. Eine Glanzzeit dieser Abteilung waren die 80er-Jahre, als die Männermannschaft in die Landesliga aufstieg. Und heute hat gute Jugendarbeit bewirkt, dass zwei Nachwuchsmannschaften in der Bayernliga spielen.

Im Jahr 1962 kam die Leichtathletik hinzu. Das neue Sportgelände an der Jahnstraße bot dafür die nötigen Anlagen. Große Erfolge werden heute vor allem im Seniorenbereich erzielt. Am 1. August veranstaltet die TSG im Mindelstadion die Leichtathletik-Kreismeisterschaft. Zuletzt hat der Verein zwei neue Abteilungen eröffnet: die koreanische Schwert-Kampfkunst Haidong Gumdo und die Kindersportschule KiSS, die Kinder für den Sport begeistern soll.

Berühmte Gäste Im August 1975 hatten es die Fußballer der TSG als schwäbischer Pokalsieger erstmals in die Hauptrunde des DFB-Pokals geschafft. Gegner war vor 4500 Zuschauern im Mindelstadion der damalige Zweitligist Bayer Leverkusen (Endstand: 0:6). Zum 100. Gründungsfest 1990 säumten sogar 6000 Zuschauer die Erdwälle rund um den Platz: Der FC Bayern München machte der TSG seine Aufwartung zu einem Freundschaftsspiel.

All dies getoppt wurde natürlich durch den DFB-Pokal-Auftritt 2006. Die Auslosung verfolgten die TSGler im Sportheim vor dem Fernseher: "Als das Los Borussia Dortmund feststand, gab es kein Halten mehr", sagt TSG-Vorsitzender Gerd Olbrich. Das Mindelstadion wurde mit zahlreichen Zusatztribünen zu einer Arena für 11 000 Zuschauer, die TSG ärgerte den Favoriten bei der 0:3-Niederlage gewaltig: "Dortmunds Trainer Bert van Marwijk musste seine Mannschaft ziemlich wachrütteln. In der ersten halben Stunde haben wir das Spiel gemacht", erinnert sich Olbrich.

Der logistische Aufwand war erheblich: Neben den Tribünen mussten zahlreiche Auflagen des DFB erfüllt werden, wenn man nicht nach Ulm oder Augsburg hätte ausweichen wollen. Dazu musste man auch immer wieder mit den Dortmundern verhandeln. Denn die Kosten und den Gewinn teilen sich beide Vereine und die Dortmunder waren damals ziemlich klamm. Aber den Aufwand war es wert, sagt Olbrich: "Das wird wohl immer einmalig bleiben." Nach der Insolvenz vor einigen Jahren versuchen die Fußballer nun, in der Bezirksliga den Neuaufbau zu schaffen.

Die Vorsitzenden Alexander Graf von Schönborn führte den Verein von 1970 bis 1996 und ist damit der am längsten amtierende Vorsitzende unter den insgesamt 20 führenden Köpfen und prägte den Verein in anderen Funktionen, wie als Fußball-Abteilungsleiter. Sein Nachfolger Gerd Olbrich kommt ihm mit 18 Jahren am nächsten. Er wird den Posten bei den nächsten Wahlen im Herbst abgeben. Doch erst einmal wird das Jubiläum gefeiert.

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