16.10.2010 FC Augsburg II - TSG Thannhausen 2:1

TSG: Böld - Deberling(89. Lauer), Hänsle, Selig, Gschrey (85. Keles) - Sandner, Balogh, Winzig, Micheler - Miroci (75. Akyel), Cantürk

Tore: 0:1 (8.) Volkan Cantürk, 1:1 (51.) Patrik Merkle, 2:1 (86.) Benjamin Wilhelm

Zuschauer: 120

gelbe Karten: Selig, Deberling, Sandner, Akyel

gelb/rote Karte: Micheler (TSG/61./Reklamieren und Unsportlichkeit)

rote Karte: Keles (TSG/90./Schiedsrichterbeleidigung)

Schiedsrichter: Stefan Niekamp (SpVgg Altenerding)


Er hätte der Mann des Spiels werden können, am Ende verließ Stefan Micheler mit hängendem Kopf die Sportanlage Nord in Augsburg. Mit 1:2 unterlag seine TSG Thannhausen beim großen Favoriten FC Augsburg II.

Micheler allein hätte dies ändern können. Nur, er durfte nicht. Drei Mal ging der Mittelfeldspieler allein auf FCA-Torhüter Kevin Schmidt zu, drei Mal wurde er von Schiedsrichter Stefan Niekamp aus München zurückgepfiffen. Abseits! Jedes Mal fragwürdig, jedes Mal zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Am Ende riss dem 19-Jährigen der Geduldsfaden. Er schmetterte den Ball mit voller Wucht auf den Boden. Niekamp gab Gelb - zum zweiten Mal binnen drei Minuten. Micheler musste mit Gelb-Rot vom Platz und mit ansehen, wie seine Teamkollegen drei Minuten vor Schluss das 1:2 hinnehmen mussten.

"Die spielentscheidende Szene", beurteilte auch TSG-Trainer Jochen Frankl diese 62. Minute. "Wir haben binnen drei Minuten zwei Mal die Möglichkeit, wieder in Führung zu gehen. Stattdessen müssen wir in Unterzahl das Unentschieden verteidigen. Unglaublich." Worte des Vorwurfs hört man in Richtung Micheler nicht. Man merkte den TSG-Verantwortlichen nach dem Schlusspfiff an, dass auch sie sich nur schwer unter Kontrolle halten konnten. "Meine Mannschaft ist heute sicher nicht vom Schiedsrichter benachteiligt worden", so FCA-Trainer Roland Bahl. "Da hatten wir auch Glück."

Nicht nur, was den Schiedsrichter angeht. Denn die Zweitliga-Reserve tat sich gegen eine sehr kompakt stehende Gastmannschaft schwer. Die 1:0-Führung der TSG zur Halbzeit war nicht unverdient. Volkan Cantürk hatte sich in der 8. Minute nach einem Pass von Stefan Selig auf die Reise gemacht, vernaschte seinen Gegenspieler Burak Tok und ließ auch FCA-Schlussmann Schmidt schlecht aussehen. Das 0:1 - Balsam für die Nerven der TSG-Spieler, die in der Folge konzentriert verteidigten und dem FCA nur wenige Möglichkeiten ließen. Im Gegenteil. Stefan Micheler hatte in der 33. Minute bereits die Möglichkeit zum 2:0. Doch sein Schuss klatschte an die Latte. Zuvor ging der 19-Jährige bereits das erste Mal allein aufs Tor zu - diesmal behielt er beim Abseitspfiff noch die Nerven. Von den Gastgebern sah man dagegen nur selten etwas Produktives. Immer dann, wenn schnell über die Außen kombiniert wurde, brannte es im TSG-Strafraum. Doch der Zweitliga-Nachwuchs scheiterte entweder am Pfosten (Robinson/24.), an den eigenen Nerven (Wawra/24.) oder am guten Thomas Böld (Schaller/39.). FCA-Trainer Roland Bahl reagierte. Brachte mit Thomas Rudolph und Patrick Wurm zwei neue Offensivkräfte und schien in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben. Denn die Hausherren drückten fortan aufs Tempo. Für den Ausgleich musste allerdings eine Standardsituation herhalten. Nach einer Ecke kam Patrik Merkle völlig frei zum Kopfball - 1:1. Dann diese besagten drei Minuten, in der "ein Mann das Spiel entschieden hat" (Frankl). Zwei Mal wurde Micheler auf der halblinken Seite freigespielt, zwei Mal entschied der Unparteiische auf Abseits, zwei Mal verlor der 19-Jährige seine Nerven und zwei Mal sah er dafür Gelb. Danach entwickelte sich eine wahre Abwehrschlacht. Mit neun Mann verteidigte Thannhausen das Unentschieden, hatte bis auf einen Schuss von Benjamin Wilhelm (Tobias Hänsle klärte auf der Linie) auch alles unter Kontrolle, bis Wilhelm drei Minuten vor Schluss den Ball aus 21 Metern unhaltbar ins rechte Toreck drosch. 1:2. Die siebte Niederlage in den vergangenen acht Spielen stand fest. Da passte die fragwürdige Rote Karte für Hüseyin Keles in der Nachspielzeit noch mehr ins Bild.

Quelle: Mittelschwäbische Nachrichten

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