11.09.2010 TSG Thannhausen - TSV Kottern 1:6

TSG: Böld - Sandner (25. Keles), Balogh, Hänsle, Gschrey - Leiteritz, Deberling, Selig, Miroci (77. Akyel), Micheler (69. Sassmann) - Cantürk

TSV: Gruber - Holweger, Lingg, Siegfanz, Klement - Fuchsenthaler, Yilmaz, Erden (74. Harteis), Eisenmann - Wachter (67. Wiedemann), Geiger (77. Plesche)

Tore: 0:1 (15.) Axel Fuchsenthaler, 0:2 (18.) Erhan Erden, 0:3 (30./FE) Sinan Yilmaz, 1:3 (38.) Volkan Cantürk, 1:4 (51.) Daniel Eisenmann, 1:5 (61.) Christian Geiger, 1:6 (88.) Andreas Harteis

gelbe Karten: Sandner, Balogh, Akyel / -

rote Karte: Volkan Cantürk (TSG/63./Foulspiel)

Zuschauer: 250

Schiedsrichter: Vinzenz Pfister (SV Oberbergkirchen)

Besonderes: Gruber (Kottern) hält Foulelfmeter (35.) von Cantürk (TSG)


Der kleine weiße Block füllte sich fast von selbst. Viel zu notieren hatte Jochen Frankl am Samstag bei der 1:6-Niederlage seiner TSG Thannhausen gegen den Spitzenreiter TSV Kottern. "Das war heute über 90 Minuten eine absolute Katastrophe", fasste der Fußballlehrer nach dem Spiel zusammen. Fassen musste er sich auch erst einmal: Nach Spielschluss zog er sich für mehrere Minuten gedankenverloren auf die Trainerbank zurück.

Bis auf die ersten 15 Minuten konnte die TSG in keinster Weise an die schon gezeigten Leistungen anknüpfen, die Defensive ohne den gesperrten Stefan Winzig und die Offensive ohne den verletzten Peter Jakob waren nicht imstande, dem noch ungeschlagenen Aufsteiger Paroli zu bieten. "Das sind zwei absolute Leistungsträger und Führungsspieler. Die können wir nicht adäquat ersetzen", räumte Frankl zwar ein, wollte dies als Ausrede aber nicht gelten lassen. "Wir haben es nicht geschafft, hinten wieder kompakt zu stehen. Wenn man sich die Tore ansieht, die waren alle viel zu billig. Wie wir uns da verhalten haben", haderte er mit dem Defensivverhalten des gesamten Teams. Schuld- und doch chancenlos war Schlussmann Thomas Böld, der sich nicht erinnern konnte, jemals sechs Gegentreffer in einem Spiel kassiert zu haben. "Heute hat irgendwie die gedankliche Frische gefehlt. Wir waren nicht nah genug dran, sind nicht in die Zweikämpfe gekommen. Kottern konnte mit uns machen, was sie wollten", meinte der Keeper. "Vielleicht mag das Pokalspiel unter der Woche eine Rolle gespielt haben und die vielen englischen Wochen", vermutete der 24-Jährige. Dabei fing alles so gut an. Die erste Viertelstunde kamen die Gäste dank des Pressings der TSG kaum aus der eigenen Hälfte.

Die Mannschaft des Ex-Landsbergers Frankl konnte aber aus den sich bietenden Chancen kein Kapital schlagen. Kapitän Stefan Selig per Freistoß (6.) eröffnete den Reigen der Möglichkeiten, es blieb aber auch nach den Versuchen von Volkan Cantürk und Stefan Micheler beim 0:0. Das änderten die Gäste schlagartig mit einem Doppelschlag und dem erst zweiten und dritten Torschuss.

Zweimal pennte die TSG nach Standards der Allgäuer, die ihre schon oft gezeigte Kaltschnäuzigkeit unter Beweis stellten. Axel Fuchsenthaler (15.) und der umsichtige Organisator Erhan Erden (18.) waren die Nutznießer. Und Jochen Frankl reagierte kurze Zeit später auf den zunehmenden Druck der Elf von Stephan Wuttge. Nach 25 Minuten kam Hüseyin Keles für Florian Sandner, um den agilen Ex-Memminger Daniel Eisenmann mit dem schnellen David Balogh einzubremsen. "Es blieb beim Versuch", räumte Frankl hinterher ein. Denn Eisenmann war mit Stürmer Patrick Wachter Garant für die Thannhauser Probleme und entscheidend am zweifelhaften Strafstoß zum 0:3 beteiligt. Den gab es auch auf der Gegenseite, doch Cantürk vergab den an ihm selbst begangenen Elfmeter (34.). Vier Minuten später machte er es mit dem Kopf besser und ließ damit die Hoffnungen der Anhänger wieder aufkeimen. Mehr als ein Lattentreffer sprang aber nicht mehr heraus, sodass Stephan Wuttge meinte: "Da war es wichtig, dass der Pausenpfiff kam, um wieder Ruhe reinzubringen." Und das gelang eindrucksvoll. Zwar begann die TSG erneut druckvoll, war aber hinten weiter indisponiert, sodass die Treffer vier bis sechs niemanden mehr verwunderten.

Einziger Aufreger an dieser ohnehin schon abgehakten Niederlage war der Platzverweis von Volkan Cantürk nach einem Foulspiel im Mittelfeld (70.). "Das war bei dem Spielstand eine harte Entscheidung. So darf ich aber auch nicht hingehen", kommentierte Frankl die Aktion, die seine Personaldecke in vorderster Front weiter ausdünnt. "Wir müssen schnell wieder dahin kommen, was uns starkgemacht hat, wenig Torchancen zuzulassen", legte der 37-jährige Übungsleiter den Blick nach hinten. Genügend Negativbeispiele stehen schließlich in seinem Block.


Quelle: Mittelschwäbische Nachrichten

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