04.09.2010 VfB Eichstätt - TSG Thannhausen 4:2

VfB: Diez - Böhm, Stoll, El-Mahmod, Schuster - Neumeyer (75. Zengerle), Jörg, Schiebel, Betz (89. Schabacker) - Hörmann, Schmaus (65. T. Eisenschenk)

TSG: Böld - Balogh, Hänsle, Winzig, Gschrey (77. Akyel) - Leiteritz, Jakob (28. Deberling), Selig, Miroci, Sandner (60. Micheler) - Cantürk

Tore: 1:0 (4.) Markus Hörmann, 2:0 (43.) Markus Hörmann, 2:1 (60.) Gabor Deberling, 2:2 (72.) Stefan Micheler, 3:2 (77.) Tobias Eisenschenk, 4:2 (88.) Markus Hörmann

Zuschauer: 410

gelbe Karten: Stoll, Hörmann - Deberling, Cantürk, Böld

rote Karte: Stefan Winzig (79./TSG/Nachtreten)

Schiedsrichter: Johannes Hartmeier (SC Dettelbach)


Vielleicht wollten die Thannhauser Fußballer in jugendlicher Euphorie ein bisschen zu viel. Vermutlich hätten sie mit dem einen Punkt zufrieden sein sollen, nachdem sie im Landesliga-Spiel beim VfB Eichstätt einen 0:2-Rückstand wettgemacht hatten. Aber das Team von Trainer Jochen Frankl wollte mehr - und lief etwas unglücklich, vor allem jedoch unnötig, in eine 2:4-Niederlage. Die freilich wog nach vier Siegen und einem Unentschieden in Folge weit weniger schwer als die Rote Karte, die sich Stefan Winzig wegen Nachtretens einhandelte (79.). Der Saisonverlauf hat nämlich eindeutig gezeigt: Wenn es keine personellen Probleme gibt, kann die TSG in dieser Liga gut mithalten. Aber passieren darf nicht viel - und der nun fürs Erste gesperrte Winzig ist in der Viererkette eigentlich unersetzbar. Frankl teilte gestern diese Einschätzung und sagte: "Dieser Platzverweis tut uns extrem weh."

Es ging schon schlecht los für die Gäste. In der vierten Minute sprang Winzig (er hatte wirklich keinen Glückstag erwischt) der Ball an die Hand, Schiedsrichter Johannes Hartmeier gab Freistoß und Markus Hörmann jagte die Kugel aus 18 Metern unters Lattenkreuz. Für Thomas Böld gab"s da nichts zu halten. In der Folge konnten die Gäste die Vorgaben ihres Trainers erst einmal nicht umsetzen. Die TSG fand keinen Zugang zum Spiel, setzte nur ganz sporadisch Akzente. Die Vorstellung war alles in allem "nicht optimal", wie Frankl kritisierte. Trotzdem war die dicke Chance zum Ausgleich da: Nach einem Zuspiel von Xhelal Miroci steuerte Florian Sandner allein aufs Tor zu, zögerte in bester Position aber zu lange und musste den Ball quer zu Volkan Cantürk legen, der im Duell mit einem Eichstätter zu Fall kam. Für Frankl war"s ein "klarer Elfmeter", für die meisten anderen Beobachter hatte Sandner die Chance schon zuvor vergeigt (26.).

Mangelnde Konsequenz führte dann auch zum zweiten Gegentreffer. Winzig unterlief ein zu kurzer Rückpass und Böld kam nicht entschlossen aus seinem Kasten - im Ergebnis schnappte sich Hörmann den Ball, umkurvte den TSG-Keeper und machte das 2:0 (43.).

In der Pause ging ein Ruck durchs Thannhauser Team. Optimistisch kehrten die Gäste aufs Spielfeld zurück und drängten den VfB für die kommenden 25 Minuten komplett in die Defensive. Vollauf verdient schafften sie nach einer Stunde den Anschlusstreffer. Gabor Deberling (er war für den angeschlagenen Peter Jakob in die Partie gekommen) hielt aus 20 Metern drauf und der Ball zischte ins kurze Eck. Nun spürte die Frankl-Elf noch stärker, dass etwas drin sein könnte für sie. Die Eichstätter mussten ihrem hohen Tempo aus der ersten Halbzeit Tribut zollen, wirkten jetzt stehend K.o. und hatten dem Druck des Bayernliga-Absteigers nichts Ernsthaftes entgegenzusetzen. Das TSG-Erfolgserlebnis ließ auch nicht lange auf sich warten: Ein herrliches Zuspiel von Cantürk erreichte Stefan Micheler und der versenkte den Ball überlegt im langen Eck (73.). Der gefeierte Torschütze hatte eine Minute später sogar die Chance zum 3:2, scheiterte aber am Torwart.

Dann die spielentscheidende Szene: Ein Befreiungsschlag aus der Eichstätter Abwehr erreichte den klar in Abseitsposition stehenden Spielertrainer Stephan Zengerle, der passte auf den mitgelaufenen Tobias Eisenschenk und das 3:2 war perfekt (77.). "Da sind wir ein bisschen schlecht weggekommen bei den Unparteiischen", haderte Frankl. Er gestand freilich auch ein, dass sich seine Mannschaft wenig abgeklärt verhalten hatte, indem sie ganz einfach zu weit aufgerückt war. "So darf ich nach dem 2:2 nicht spielen", sagte der Coach.

Die Unterzahl-Situation nach dem Platzverweis für Winzig hielt die Gäste nicht von weiteren Bemühungen um den erneuten Ausgleichstreffer ab, doch in der Schlussphase gab es keine klaren Möglichkeiten mehr und Hörmann besorgte mit seinem dritten Treffer (88.) den Endstand.


Quelle: Mittelschwäbische Nachrichten

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