Bericht Hallenturnier "Schwäbische Vorrunde"

Landesligist zieht erneut in Endrunde ein - Stefan Selig der große Macher und Absahner in der Günzburger Halle

"In der Halle könnte der in der Bundesliga spielen!" lobte Karl Dirr, Abteilungsleiter des SC Bubesheim, den Thannhauser Ausnahmefußballer Stefan Selig über den Schellen König. Als ob er geahnt hätte, was noch kommen sollte. Selig blieb nämlich die Bestätigung dieses Komplimentes aus der Ecke des Landkreisrivalen nicht schuldig. Im Endspiel der Vorrunde zur Schwäbischen Meisterschaft im Hallenfußball gegen den SC Bubesheim sorgte er mit drei sehenswerten Treffern bereits vor der Halbzeit für klare Verhältnisse. Mit einem 5:2-Erfolg qualifizierte sich die TSG zum vierten Mal in Folge und zum achten Mal insgesamt für die Endrunde.

"Alles weg" riefen Zuschauer, als sich Stefan Selig im Endspiel zum zweiten Mal den Ball zu einem Freistoß zurecht legte. Und auch der zweite Versuch war wieder ein Volltreffer. Im rechten Toreck des von Holger Niederwieser gehüteten "Kastens" schlug der Ball zur 4:0-Halbzeitführung ein. Bereits in der 2. Minute hatte Selig mit einer Freistoß-Granate ins linke Kreuzeck Erfolg und legte nach dem 2:0 durch Peter Jakob (3. Minute) noch ein weiteres Tor zum 3:0 (4.) nach. "Der hat das Zeug, dass er ein Spiel allein entscheiden kann" bewunderte SCB-Keeper Holger Niederwieser seinen ehemaligen Mannschaftskollegen.
Die Oddset-Qualifikation und die Fahrkarte zur Endrunde am 14. Januar nach Augsburg hatte die TSG zu diesem Zeitpunkt bereits in der Tasche. Die Bubesheimer steckten jedoch nie auf und konnten so ein sich abzeichnendes Debakel verhindern. Den ersten SCB-Treffer fabrizierte Mesut Yildiz (18.) per Eigentor, den zweiten erzielte Jörg Adam in der Schlussminute. Dazwischen hatte Yildiz (19.) sein Missgeschick mit seinem Treffer zum 5:1 postwendend ausgebügelt.

Auch in den Gruppenspielen gegen die Bezirksligisten SpVgg Wiesenbach (5:0) und TSV Krumbach (5:3) sowie im Halbfinale gegen den SC Ichenhausen (3:0-Sieg nach zähem Beginn) unterstrichen die Thannhauser, dass sie zurzeit nicht nur auf dem Feld, sondern auch in der Halle die Nummer eins im Landkreis sind. Mit einem Tor der Marke "Schlitzohrigkeit hoch drei" (mit dem rechten Fuß ein Abspiel angedeutet, mit dem linken Fuß eingenetzt) leitete Selig den Halbfinalsieg gegen den SC Ichenhausen ein und sammelte weitere Pluspunkte im Bemühen um die Sonderauszeichnung "Bester Turnierspieler". Dass diese an ihn ging, stand letztlich außer Zweifel.

Streitig gemacht wurde ihm lediglich der zweite Sonderpreis, der des besten Torschützen. Vor dem Finale hatte der Bubesheimer Jochen Böck noch mit sechs Treffern die Nase vorne. Nachdem er aber im alles entscheidenden Spiel nicht mehr, Selig aber drei Mal traf, wurde der Thannhauser (sieben Tore) endgültig zum großen Absahner des Abends.
Obwohl der SC Bubesheim wie im letzten Jahr (damals allerdings schon im Halbfinale) erneut am großen Landkreisrivalen scheiterte, enttäuschte die Mannschaft von Trainer Peter Gartmann nicht. Auch sie hatte sich erwartungsgemäß und ohne ernsthaft in Bedrängnis zu kommen, den Sieg in Gruppe II durch Erfolge gegen die Bezirksligisten SSV Anhausen (5:1) und SC Ichenhausen (5:2) gesichert.

In einem der wenigen Spiele des Abends, in dem sich Spannung aufbaute, rückte der Bubesheimer Jochen Böck ins Blickfeld. Es war das Halbfinale gegen den nur mit einem Sieben-Mann-Kader angereisten TSV Krumbach, als er eine Zeitstrafe absaß und Martin Knöpfle (6. Minute) die Überzahl des Bezirksligisten nutzte, um das Führungstor von Jochen Huber (1.) zu egalisieren. Vertauschtes Rollenspiel dann nach dem Seitenwechsel: Torschütze Knöpfle saß eine Zeitstrafe ab und Böck (10.) schoss den SCB in Führung. Nochmals Böck (14.) und Sebastian Brosch (20.) machten den Sack dann endgültig zu und das Bubesheimer Minimalziel (Finale) war erreicht.

Weit weg von den Erwartungen dagegen die SpVgg Wiesenbach. "Das Ding muss rein, es kann doch wohl so schwer nicht sein" - dieses Lied, das wiederholt aus den Lautsprecherboxen klang, muss den Wiesenbachern noch auf dem Nachhauseweg kräftig in den Ohren geklungen haben. Denn als einziges Team schafften sie es nicht, den Ball wenigstens einmal im gegnerischen Gehäuse unter zu bringen. Wolfgang Rösch und Fabian Kauer hätten diesen Makel bei der "Abschiedsvorstellung" gegen den TSV Krumbach beseitigen können. Doch Rösch scheiterte allein vor Schlussmann Andreas Schütz und Kauer an der Querlatte.

Ligakonkurrent SC Ichenhausen machte es da besser. Nach der Niederlage gegen den SV Bubesheim nutzte der Bezirksliga-Aufsteiger die Chance auf den zweiten Gruppenplatz und den Einzug ins Halbfinale durch einen 5:2-Erfolg gegen den SSV Anhausen. Neben diesem Achtungserfolg konnten die Ichenhauser auch noch einen Sieger feiern: Michael Eisenschien wurde als bester Torhüter ausgezeichnet.

Schwäbische Vorrunde in Günzburg am 30.12.2005

Gruppe 1
TSG Thannhausen
TSV Krumbach
SpVgg Wiesenbach

Gruppe 2

SC Bubesheim
SC Ichenhausen
SSV Anhausen

Gruppenspiele:

TSG Thannhausen - TSV Wiesenbach 5:0 (3:0) [Hugel, Schieferle, Selig, Selig, Kühnl]
SC Bubesheim - SSV Anhausen 5:1
TSV Krumbach - TSG Thannhausen 3:5 (0:2) [Selig, Jakob, Hugel, Selig, Sadrijaj]
SC Ichenhausen - SC Bubesheim 2:5
SpVgg Wiesenbach - TSV Krumbach 0:2
SSV Anhausen - SC Ichenhausen 2:5

Halbfinale:

TSG Thannhausen - SC Ichenhausen 3:0 (1:0) [Selig, Hugel, Selig]

SC Bubesheim - TSV Krumbach 4:1

Finale:

TSG Thannhausen - SC Bubesheim 5:2 (4:0) [Selig, Jakob, Selig, Selig, Yildiz]



Stimmen der Trainer

Michael Groß (SpVgg Wiesenbach):

Wir haben heute schlecht gespielt. Es war zu wenig Engagement zu sehen. Man hat auch gemerkt, dass wir nur sehr wenige Trainingseinheiten in der Halle hatten und noch kein Turnier gespielt haben. Ich bin schon etwas enttäuscht. Den Einzug ins Halbfinale habe ich schon erwartet, stattdessen sind wir als Gruppenletzter verdient ausgeschieden.

Markus Riesenegger (SC Ichenhausen):
Unsere Leistung bei dieser Vorrunde war in Ordnung. Wir haben uns im Turnierverlauf gesteigert. In den ersten beiden Partien war es noch nicht ganz so toll. Aber im Halbfinale gegen den Topfavoriten Thannhausen haben wir uns sehr gut verkauft und sind lange sehr gut gestanden. Den kleinsten Fehler nutzt eine so routinierte Truppe wie die TSG natürlich gnadenlos aus. Jetzt greifen wir bei den Kreismeisterschaften noch einmal an.

Uwe Nitsch (TSV Krumbach):
Ich glaube, dass das Niveau in diesem Jahr nicht ganz so hoch war wie in der Vergangenheit. Im Spiel gegen Bubesheim gab es doch einige Schiedsrichterentscheidungen zu unseren Ungunsten, aber damit muss man leben. Mit dem Einzug ins Halbfinale haben wir unser Ziel erreicht. Vielleicht hätte es noch besser ausgesehen, wenn wir komplett angetreten wären. Aber einige meiner Spieler konnten wegen Verletzungen nicht mitmachen.

Peter Gartmann (SC Bubesheim):
Unser Ziel vor diesem Turnier war der Einzug ins Finale. Das ist uns auch gelungen. Das Endspiel war schon nach der ersten Halbzeit gelaufen. Aber meine Mannschaft hat nach dem 0:4 Charakter gezeigt und sich nicht hängen lassen. Mit dem 2:5 haben wir die Niederlage in Grenzen gehalten. Die TSG Thannhausen war heute eindeutig die beste Mannschaft. Vielleicht hätten wir in Bestbesetzung eine bessere Chance gehabt. Der TSG wünsche ich beim Finale in Augsburg viel Glück.

Oliver Schmid (TSG Thannhausen):
Wir sind unserer Favoritenrolle gerecht geworden. Natürlich war der Druck auf unsere Mannschaft sehr groß. Das haben meine Spieler aber souverän weggesteckt. Vor allem in der ersten Halbzeit des Finales haben wir guten Hallenfußball gezeigt. In Augsburg wollen wir den Landkreis so gut wie möglich vertreten. Favoriten sind dort die Bayernligisten, aber ich denke, dass wir auch bei der Endrunde eine gute Rolle spielen können.

Harald Emmerling (Turnierleiter):
Es war ein interessantes Turnier, in dem sich der Favorit durchgesetzt hat. Man hat gesehen: erst kam Thannhausen, dann Bubesheim und nach einer Lücke der Rest der Mannschaften, die aber alle sehr ausgeglichen waren. Ich freue mich, dass trotz der schlechten Straßenverhältnisse mehr Zuschauer als im letzten Jahr gekommen sind.

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