Bericht Pokal gegen FC Memmingen

Der Pott ist wieder bei der TSG

Der Pott ist wieder in der Mindelstadt. 31 Jahre, nachdem die TSG Thannhausen letztmals Schwäbischer Pokalsieger geworden war, konnte der Triumph nun wiederholt werden. Scheiterten die Mindelstädter im vergangenen Jahr noch im schwäbischen Finale um den Toto-Pokal am Regionalligisten FC Augsburg, so nutzten sie nun die zweite Chance. Verdient mit 4:2 schlug der Tabellenzweite der Landesliga Süd gestern Abend den favorisierten Bayernligisten FC Memmingen und machte damit eine weitere Sensation perfekt, nachdem er bereits im Halbfinale mit dem TSV Aindling einen Bayernliga-Vertreter ausgeschaltet hatte.

Nach dem Schlusspfiff wurden bei der TSG Thannhausen die Helden gefeiert. Da wären einmal die Torschützen. Stefan Selig, der bereits in der Abtastphase (10. Minute) einen weiten Einwurf von Franz Stroh per Kopfball zum 1:0 ins lange Eck beförderte und in der 88. Minute nach weitem Pass ganz überlegt zum 4:1 einschoss. Peter Jakob, der Kleinste, der in der 66. Minute zum Größten wurde und nach Flanke von Christian Streitel mit einem Kopfball die 2:0-Führung besorgte. Und der eingewechselte Andres Kühnl, der den Doppelschlag perfekt machte, indem er in der 67. Minute einen Diagonalpass von Tobias Schieferle zum 3:0 abstaubte.

Der Held des Tages stand jedoch zwischen den Pfosten des Thannhauser Tores: Sebastian Steidle. Er machte vor 700 zahlenden Zuschauern das Spiel des Jahres und ließ die Memminger Angreifer schier verzweifeln. Einen Kopfball von Robert Manz (28. Minute) lenkte er reaktionsschnell an die Latte, einen Schuss von Sebastian Bonfert (37.) fischte er aus dem langen Eck und als wiederum Robert Manz versuchte, ihn nach einem Freistoßtrick zu überlisten, blieb er erneut Sieger. Steidle bewahrte also seine Mannschaft vor der Halbzeit vor einem Rückstand und auf ihn war auch nach der Pause Verlass. Bevor seine Vorderleute zu besagtem Doppelschlag ansetzten, vereitelte er mit einer Reflexbewegung den durchaus möglichen Ausgleichstreffer durch Bonfert. Machtlos war er bei den Anschlusstreffern von Oliver Wild (87. Minute) und Ejnar Kahric (89.), die jeweils im Anschluss an einen Eckball erfolgreich waren.

Vier Tore gegen einen höherklassigen Gegner zu erzielen, will schon etwas heißen. Erst recht deshalb, weil mit Mijo Stijepic der Top-Torjäger verletzt auf der Bank saß und mit Bayram Sadrijaj (zwölf Saisontreffer) ein weiterer eminent gefährlicher Angreifer nach seiner zweiten großen Torchance in der 51. Minute verletzt ausschied.


Oliver Schmid (Trainer der TSG Thannhausen): Dieser Erfolg ist noch mehr wert als die beiden Hallenmeisterschaften. Ich bin glücklich, dass wir nach 31 Jahren wieder den Pokal nach Thannhausen holen konnten. Besonders freue ich mich auch für meinen Vater, der damals Trainer war und mich jetzt als Betreuer tatkräftig unterstützt. Wir haben heute dank einer herausragenden Mannschaftsleistung und eines überragenden Torhüters Sebastian Steidle verdient gewonnen. Ich bin stolz auf meine Jungs, denn nur vier Tage nach dem schweren Heimstetten-Spiel erneut so eine Leistung abzuliefern, spricht für die Klasse und die Moral des Teams.

Sebastian Steidle (Torhüter der TSG): Das war heute mein bisher größter Erfolg und noch schöner als der Titel in der Halle. Als ich im Sommer zur TSG gekommen bin, hätte ich nie geglaubt, dass wir in dieser Saison gleich die Nummer eins in Schwaben werden. Der Sieg gibt uns auch weiteren Auftrieb für den Kampf um Platz zwei in der Landesliga, den ich unbedingt erreichen möchte.

Esad Kahric (Trainer des FC Memmingen): Für Thannhausen ist das Spiel optimal gelaufen, denn sie haben gleich am Anfang aus dem Nichts ein Tor gemacht. Wir haben eigentlich im ersten Durchgang das Spiel kontrolliert, aber nach vorne zu langsam agiert. Zudem hat der TSG-Torwart in diesem Spiel herausragend gehalten. Ich bin natürlich enttäuscht, aber ich gratuliere der TSG zum Sieg und vielleicht sehen wir uns ja im nächsten Jahr in der Bayernliga wieder.

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