3. Vorbericht zum DFB-Pokal

Das Warten hat endlich ein Ende. Seit Wochen fiebern die Landesligafußballer der TSG Thannhausen dem Hit in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals gegen Borussia Dortmund entgegen. Heute Nachmittag um 15.30 Uhr erfolgt nun der Anpfiff zum bedeutendsten Spiel in der 116-jährigen Vereinsgeschichte der Mindelstädter.

Es ist eine dieser Begegnungen, wie sie nur der DFB-Pokal hervorbringt. Das klassische Spiel David gegen Goliath. Auf der einen Seite der Amateurverein aus der fünften Liga und auf der anderen Seite der Bundesliga Spitzenclub, mehrfacher deutscher Meister und Champions League Sieger. Die sportliche Ausgangslage ist daher auch glasklar definiert. Alles andere als ein hoher Sieg der Bundesligaprofis wäre bereits eine große Überraschung, sollte es der TSG gelingen, die Partie spannend zu gestalten, wäre dies bereits eine kleine Sensation.
Allerdings sind die Thannhauser Kicker zwar Amateure, aber dennoch Vollblutsportler und daher gehen sie natürlich mit riesigem Ehrgeiz in dieses "Spiel ihres Lebens". "Wir wollen beweisen, dass auch im Amateurbereich guter Fußball gespielt wird", sagt Trainer Oliver Schmid, der klarstellt, dass sich die Thannhauser keinesfalls nur in der eigenen Hälfte verbarrikadieren wollen, sondern versuchen werden, ihren Teil zu einem unterhaltsamen Spiel beizutragen. Unabhängig vom Ergebnis sieht Schmid seine Mannschaft schon im Vorfeld als ganz großen Gewinner. Die Jungs haben sich mit herausragenden Leistungen in der vergangenen Saison diesen absoluten Höhepunkt in der sportlichen Laufbahn jedes Einzelnen erarbeitet. Dieses Erlebnis werden wir alle nie mehr vergessen, freut er sich auf diesen Fußballfesttag, "den wir ganz einfach nur genießen wollen." Allerdings weiss der TSG-Coach, dass dazu auch eine ansprechende Leistung seines Teams gehört. Er setzt aber vollstes Vertrauen in seine Spieler. "Ich bin überzeugt, dass wir uns heute gut verkaufen werden." Dieser Ansicht ist auch Spielmacher Stefan Selig, der beim Abschlusstraining in dem zu einer echten Arena ausgebauten Mindelstadion glänzende Augen bekam. "Ich hätte mir niemals träumen lassen, dass ich hier im eigenen Stadion einmal vor über 10.000 Zuschauern spielen darf", strahlt der 27-jährige Spielmacher, der bereits 17 Jahre das TSG-Trikot trägt. Was ihn dabei besonders stolz macht, ist die Tatsache, dass der Bundesligist hier in einem Pflichtspiel antritt. Entsprechend ernst nimmt der BVB die Partie daher auch. Da sich die Borussia in diesem Jahr für keinen der Europapokalwettbewerbe qualifiziert konnte, hat der DFB-Pokal für den Traditionsverein aus dem Ruhrpott einen sehr hohen Stellenwert. Deshalb werden die Dortmunder heute auch mit der besten zur Verfügung stehenden Mannschaft auflaufen. So können sich die Zuschauer auf viele klangvolle Namen freuen. Nach dem Abgang von David Odonkor und der Verletzung von Christoph Metzelder ist von den deutschen WM-Helden zwar nur Sebastian Kehl dabei, daneben stehen aber weitere WM-Teilnehmer aus verschiedenen Ländern, wie die Schweizer Philipp Degen und Alexander Frey, Ebi Smolarek (Polen) oder Nelson Valdez (Paraquay) sowie weitere Starkicker wie Lars Ricken, der Brasilianer Dede oder dessen kürzlich verpflichteter Landsmann Tinga im Dortmunder Kader.
Angst vor diesen großen Namen haben sie bei der TSG aber nicht. "Gegen solche Spieler, noch dazu im DFB-Pokal antreten zu dürfen, ist das schönste, was einem Amateurfußballer passieren kann, da haben wir absolut nichts zu verlieren", meint Torwart Sebastian Steidle, der heute wohl besonders im Brennpunkt stehen dürfte. Trainer Oliver Schmid hofft, dass seine Mannschaft den natürlich vorhandenen Respekt vor dem Gegner schnell ablegen wird. "Wichtig ist, dass wir am Anfang gut in Zweikämpfe kommen und kein schnelles Tor kassieren, denn wenn wir das Spiel lange offen halten, wird Dortmund mit der Zeit vielleicht doch ein bischen nervös."

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