Bericht Entscheidungsspiel gegen Bamberg

TSG verliert Enscheidungsspiel gegen den 1. FC Bamberg

Eine an sich überragende Saison ging mit einer herben Niederlage zu Ende. Im Aufstiegsspiel zur Bayernliga unterlagen die Landesligafußballer der TSG Thannhausen dem Tabellenzweiten der Landesliga Nord, 1.FC Bamberg, mit 0:4. Die Begegnung war bereits nach 23 Minuten entschieden, denn zu diesem Zeitpunkt lagen die Thannhauser schon mit 0:3 zurück. In der zweiten Halbzeit rissen die Mindelstädter die Partie zwar an sich, die Wende wollte ihnen aber nicht mehr gelingen.

41 Pflichtspiele hat die TSG Thannhausen in dieser Saison bestritten und davon ganze sechs Partien verloren. Die bitterste Niederlage kassierte sie am Samstagnachmittag im Feuchter Stadion gegen den FC Bamberg. Bitter nicht nur deshalb, weil die Thannhauser dadurch ihre Aufstiegshoffnungen begraben mussten, sondern, weil sie es dem Gegner mit einer völlig verschlafenen Anfangsphase und krassen individuellen Fehlern sehr leicht machten. Vor 850 Zuschauern, darunter knapp 300 TSG-Anhängern, schlug der FC Bamberg nach nur sechs Minuten zum ersten Mal zu, als Peter Heyer von Thannhausens Kapitän Marian Dischl nicht entscheidend gestört wurde und aus zehn Metern den Ball in den Winkel köpfte. Auch dem zweiten Bamberger Treffer in der 14. Minute gingen gleich mehrere Fehler voraus. Ein Freistoß von Mark Hugel aus der eigenen Hälfte landete genau bei einem Bamberger, der mit einem einzigen Steilpass die gesamte Thannhauser Viererkette aushebelte. Rene Finnemann konnte daraufhin mit einem trockenen Schuss aus 14 Metern unbedrängt das 2:0 erzielen. Die TSG zeigte sich von diesen Treffern sichtlich geschockt und agierte weiter wie gelähmt.

Bamberg kam daher in der 21. Minute zur nächsten Großchance, als Daniel Gareis aus sechs Metern übers Tor zielte. Nur zwei Minuten später klingelte es aber bereits zum dritten Mal im Thannhauser Kasten. Zur tragischen Figur wurde dabei ausgerechnet Torhüter Sebastian Steidle, der mit seinen herausragenden Leistungen in dieser Saison maßgeblichen Anteil an den vielen TSG-Erfolgen hatte. Einen Freistoß von Tobias Stumpf hatte er fast schon sicher gefangen, dann ließ er aber das Leder aus den Händen gleiten und Daniel Gareis köpfte den aufspringenden Ball ins Netz. Damit war die Vorentscheidung gefallen. Die Thannhauser ließen sich aber keineswegs hängen und kämpften sich noch einmal in die Partie zurück. Als Bayram Sadrijaj in der 31. Minute im Strafraum von den Beinen geholt wurde, forderten die TSG-Fans vehement Elfmeter, aber die Pfeife des wenig überzeugenden Schiedsrichters Walter Hofmann aus Ansbach blieb stumm.

Trotz des schier aussichtslosen Rückstandes hofften die Thannhauser Anhänger im zweiten Durchgang noch auf die Wende. Trainer Oliver Schmid wechselte den einige Wochen verletzten Stefan Selig ein und mit dem Spielmacher kam auch sofort Ordnung und neuer Schwung ins TSG-Spiel. Vielleicht wäre die Partie tatsächlich noch gekippt, wenn Stefan Mittelbach nach einem Selig-Freistoß nicht aus sechs Metern knapp am Tor vorbei geköpft hätte. Die Thannhauser dominierten nun aber die Partie und es wurde deutlich, dass ohne die verschlafene erste Halbzeit auch dieser Gegner durchaus zu bezwingen gewesen wäre. Es gibt aber ganz einfach Tage, an denen nichts gelingt, und so einen Tag erwischte die TSG am Samstag. Bezeichnend hierfür war eine Szene in der 76. Minute, als zunächst Stefan Selig den Innenpfosten traf und auch Tobias Schieferle den Ball im zweiten Versuch an den Pfosten jagte. Davor waren Franz Stroh per Kopf (57.) und Stijepic (70.) bereits am Bamberger Torhüter Tobias Hummel gescheitert. Erneut Stijepic zielte zudem in der 77. Minute nur um Haaresbreite vorbei und zwei Minuten danach marschierte Bayram Sadrijaj durch die Bamberger Abwehr, aber seinen Schuss holte Markus Grasser für seinen bereits geschlagenen Torhüter von der Linie. Spätestens jetzt war klar, dass die TSG an diesem Tag noch Stunden hätte weiterspielen können, ohne einen Treffer zu erzielen. Stattdessen nutzte Bamberg in der 90. Minute einen Konter durch Thomas Kotissek zum 4:0 Endstand. Aber auch wenn es mit dem Aufstieg nicht geklappt hat, wird diese Saison mit dem Gewinn der schwäbischen Hallenmeisterschaft, der bayerischen Hallenvizemeisterschaft, dem schwäbischem Pokalsieg und dem Einzug in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals als die erfolgreichste der Vereinsgeschichte in die Annalen eingehen.

TSG Thannhausen: Steidle, Wiesmüller (80. Yildiz), Mittelbach, Kirschenhofer (50. Stroh), Dischl, Hugel, Streitel, Schieferle, Sadrijaj, Jakob (46. Selig), Stijepic

Oliver Schmid (Trainer der TSG Thannhausen):
Wir waren 30 Minuten nicht auf dem Platz und als wir endlich aufgewacht sind, war das Spiel schon gelaufen. Ein oder zwei Ausfälle kann man vielleicht verkraften, aber wenn die gesamte Mannschaft fast eine Halbzeit komplett neben sich steht, ist so ein Spiel nicht zu gewinnen. Aber auch wenn die Enttäuschung über die heutige Vorstellung groß ist, muss ich meiner Mannschaft ein Riesenkompliment für das machen, was sie mit Engagement und enormem persönlichen Einsatz jedes einzelnen Akteurs für die TSG in dieser Saison erreicht hat. Darauf können wir alle sehr stolz sein.

Christian Streitel (Mittelfeldspieler der TSG): Die erste halbe Stunde heute ist mir unbegreiflich. Keine Ahnung, was da mit uns los war. Ich bin zwar enttäuscht, dass wir diese tolle Saison nicht mit dem Aufstieg in die Bayernliga krönen konnten, aber es war, abgesehen vom heutigen Tag, ein überragendes Jahr mit vielen tollen Erfolgen.

Bayram Sadrijaj (Stürmer der TSG): Ich bin traurig, dass diese Saison so zu Ende gehen musste. Aber das wirft uns nicht aus der Bahn, denn wir haben trotzdem viel erreicht. In der neuen Saison werden wir mit frischen Kräften wieder voll angreifen.

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