TSG beurlaubt Markus Pleuler

"Wir mussten die Reißleine ziehen!" Auf diesen Nenner bringt Alexander Graf von Schönborn, Ehrenvorsitzender der TSG Thannhausen, die Entscheidung, die er zusammen mit weiteren Mitgliedern des Sportausschusses gefällt hat: Trainer Markus Pleuler, der erst im Sommer den Bayernligisten übernommen hat, wird ab sofort beurlaubt. Und ein Nachfolger ist bereits gefunden. Uwe Neunsinger (siehe "Zur Person") soll nach der Winterpause die Mindelstädter aus dem Tabellenkeller in sichere Gefilde führen.
Aufmerksame Beobachter der Thannhauser Fußballszenerie sind von der Entscheidung nicht überrascht. Der 39-jährige Trainer hat es bis zur Winterpause nicht geschafft, die Baustellen in seinem Team zu schließen und die Hoffnung auf den Klassenerhalt zu schüren. Vor allem die schwachen Heimauftritte lieferten den Kritikern im Umfeld der TSG immer wieder neue Nahrung, den neuen Trainer in Frage zu stellen.

Lange hingegen haben die Verantwortlichen der TSG Geduld gezeigt, zugewartet und gehofft, dass sich etwas ändert. "Wir wollten die Vorrunde abwarten, doch jetzt mussten wir einfach handeln. Schließlich können wir nicht tatenlos so lange zusehen, bis wir abgestiegen sind", erklärte von Schönborn gestern gegenüber unserer Zeitung. Fachlich könne man Pleuler nichts vorwerfen und auch sein Engagement sei vorbildlich gewesen, versichert der Ehrenvorsitzende, aber "letztlich zählen halt nur die Resultate und in dieser Beziehung war Pleuler eben erfolglos". Weil man das Gefühl habe, dass der Trainer nicht mehr weiter weiß und der Mannschaft nicht mehr weiterhelfen kann, habe sich der Sportausschuss zur Beurlaubung entschlossen.

Dass Pleuler zu Saisonbeginn eine junge, zum Teil unerfahrene und personell auf zahlreichen Positionen veränderte, Truppe übernommen hat, will auch Graf von Schönborn nicht wegdiskutieren. Jedoch sollte seiner Meinung nach der Prozess auch einmal abgeschlossen sein. Das aber war er zum Eintritt in die Winterpause nicht der Fall, was der Ehrenvorsitzende unter anderem anhand der "haarsträubenden Fehler in der Defensive und der vielen erfolglosen Experimente" verdeutlicht.

Pleuler selbst wollte sich gestern zu seiner Beurlaubung nicht groß äußern. "Man kennt ja die Leute, die seit Wochen schon versucht haben, Unruhe herzustellen", macht der 39-jährige Ex-Profi des SSV Ulm 46 aus seiner Vorahnung kein Geheimnis. Er jedenfalls habe sich nichts vorzuwerfen, versicherte er gestern gegenüber unserer Zeitung: "Ich habe alles in meiner Macht stehende getan. Der Verein wollte den Weg mit jungen Leuten gehen und hat gewusst, dass dieser schwer und steinig wird. Und ich bin nach wie vor überzeugt, dass wir die Klasse erhalten hätten."

Diese Aufgabe bekommt nun Uwe Neunsinger übertragen, der Anfang Januar seinen Dienst antreten wird. Zurzeit macht er Urlaub in der Dominikanischen Republik und war deshalb für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Und Neunsinger kann mit Neuzugängen rechnen. Wie Graf von Schönborn versicherte sei man mit Spielern im Gespräch, Zusagen lägen aber noch nicht vor.

Wer die Thannhauser bei den Auftritten in der Halle (unter anderem am 30. Januar bei der Vorrunde zur schwäbischen Hallenmeisterschaft in Günzburg) betreut, wird intern geregelt.


Quelle: Mittelschwäbische Nachrichten

ImpressumMitgliedsantragStellenangeboteVereinssatzung